Kongress 2018

Endlich sehen wir uns wieder

Macht ein Verein in Zeiten des modernen Netzwerkens noch Sinn? Dieser provokanten Frage haben wir uns dieses Jahr auf dem BOWIP Kongress gestellt. Die Mitgliederzahl stagniert seit einigen Jahren und insbesondere der Nachwuchs, die Alumni ab 2015, bleiben aus. Um in diesem Feld gezielt aktiver werden zu können, entschloss sich der Vorstand, diese Problematik zum Thema des Kongresses zu machen. 

Die Hoffnung auf fruchtenden Input, Informationen zur aktuellen Lage der WiPsy an der RUB und ein interaktiver Austausch mit den anwesenden Mitgliedern wurde vollständig erfüllt. Der neue Vorstand, der in der anschließenden Mitgliederversammlung gewählt wurde, blickt nun voller Tatendrang seinen Aufgaben entgegen, die ihn erwarten.

Zu wem gehöre ich und wenn ja wie vielen?

Rund 40 BOWIP Mitglieder waren zum diesjährigen Kongress erschienen. Herzliche Begrüßungen und gemeinsames kurzweiliges Schwelgen in Erinnerungen an die GAFO Zeiten ließen die Zeit des Begrüßungskaffees schnell vergehen. 

Nach dem Gaby Elke alle begrüßt und den Tagesablauf vorgestellt hatte, führte Prof. Dr. Ulrich Wagner uns durch seinen Vortrag über die Besonderheiten von Gruppeneigenschaften. So stellte er heraus, dass die Attraktivität einer Gruppe, und sei deren Vereinigung noch so langweilig, den Wunsch nach einer Mitgliedschaft steigern kann, wenn es nicht besonders einfach ist ihr beizutreten. Sie wird von außen als attraktiver eingeschätzt und auch die zugehörigen Mitglieder nehmen ihre Aufnahme in diese Gruppe als etwas Besonderes wahr.

Weitere Studien, die diesen Effekt unterstützen, wurden vorgestellt und zeigten, unter welchen Bedingungen Entscheidungen für die Allgemeinheit oder die Ingroup getroffen wurden. Politische Aktualität erlangte das Thema, als zwischen Nationalismus und Patriotismus unterschieden wurde. Auch die Möglichkeit der Manipulation durch kleine Signale mit großer Wirkung fanden beim Auditorium offene Ohren. 

Die anschließende Diskussion war, wie es auf den BOWIP Kongressen eigentlich immer zu erwarten ist, interessiert, aktiv und gedankenweiterführend. Wer den Vortrag von Prof Wagner noch einmal Revue passieren lassen möchte, kann die Folien gern per E-Mail bei uns anfordern.

BOWIPler in der Praxis

Gut gestärkt ging es dann in die nächste Runde. In diesem Jahr konnten zwei Wünsche der BOWIP-Mitglieder in einem Workshop vereint werden. Der interaktive Austausch in Kombination mit praxisberichten weiterer BOWIP Mitglieder war ein voller Erfolg.

In drei Gruppen unterteilt waren die Schwerpunkte

Training und Coaching

Marketing und Technik

Human Resources

Dabei war das Spektrum weitreichend, denn jeweils zwei BOWIP Mitglieder mit dem gleichen Berufsstand, stellten innerhalb der Gruppe ihre Arbeit und deren Besonderheiten vor. Einer dieser beiden Workshopleiter waren jeweils besonders erfahren, der andere voll mit frischem Wissen von der RUB.

Workshop Training und Coaching

Im Workshop Training und Coaching sprach Hartwig Fuhrmann als Moderator (und selber in seiner Beratung als Trainer und Coach aktiv) mit Axel Effey, der seit 30 Jahren selbstständig als Trainer und Coach agiert, sowie mit Gina Wolters, die bereits während des Studiums die ersten Berufserfahrungen in dieser Branche sammelte, seit einigen Jahren in dieser Rolle aktiv ist und frische Eindrücke mitbringt. Es kam schnell zu lebendigen Diskussionen rund um die Trends in dieser Branche (virtuelles Training  unverzichtbar, kann aber die face to face Interaktionen doch nicht vollständige ersetzen), die Rolle der Psychologen in diesem Bereich (auch in Zeiten von Industrie 4.0 wohl wichtiger denn je) und die ganz persönliche Frage nach der Vereinbarkeit von beruflicher / zeitlicher Beanspruchung und Zeit für Familie und persönlicher Erholung) (jede Menge unterschiedlicher Strategien, aber alle nutzen eine persönliche Strategie für sich sehr bewusst, um aufzutanken und sich nicht zu sehr von den Arbeitsthemen vereinnahmen zu lassen). Viele Teilnehmer aus der Runde brachten sich mit ihren eigenen Erfahrungen ein und so entstand ein lebendiger Austausch in der Kleingruppe.

 

Workshop Marketing und Technik

Wird nur der gehört, der am lautesten schreit? Im Workshop Marketing und Technik, moderiert von Jochen Gurt, diskutierten Marc Jung, Inhaber und Geschäftsführer von C4C und Arnulf Schüffler über erfolgreiches Marketing im Kontext von Social-Media. Hierbei wurde besonders deutlich, dass nicht nur eine attraktive, Aufmerksamkeit gewinnende Gestaltung für den Erfolg einer Kampagne ausschlaggebend ist, sondern auch das dahinterliegende Konzept. Gerade die theoretisch fundierte konzeptionelle Stärke ist es, die Wirtschaftspsychologen in diesem Anwendungsbereich ihres Wissens erfolgreich macht. Die von Wirtschaftspsychologen entwickelten Konzepte können dann in einem zweiten Schritt von Design- und Grafik Experten attraktiv umgesetzt werden. Für den Erfolg einer Kampagne kommt es auf beides an.

In einem zweiten Teil der Diskussion wurde außerdem auf das Spannungsfeld eingegangen, in dem sich Social-Media Aktivitäten heute bewegen.  Auf der einen Seite muss online Kommunikation im Kampf um Aufmerksamkeit mit der Relevanz von Neuigkeiten von Familie und den besten Freunden mithalten, auf der anderen Seite mit der Attraktivität von budgetschwangeren Konzernkampagnen. Hier mit knappen Budgets erfolgreich zu sein ist die Herausforderung, die es zu Meistern gilt. Im Zuge der Digitalisierung verändern sich in vielen Bereichen die Spielregeln, es bieten sich aber auch zahlreiche neue Möglichkeiten. Wir diskutierten Herausforderungen und Erfolgsfaktoren wie z.B. die Bedeutung psychologischen Fachwissens in Zeiten von Algorithmen und Bots.

Workshop Human Resources

Im Workshop Human Resources stellten Wolfram Bernd, Tobias Jaehn und Philip Lahrmann mit Moderator Christian Hohlweck einen spannenden Bogen von Zyklen und Entwicklungen in der Personalarbeit, über Karriere-Entwicklungen von Personalern zu äußerst herausfordernden Aufgaben der Organisationsentwicklung auf.

Die Quintessenz aus Wolfram Bernds Iput war, dass Personalarbeit in wiederkehrenden Zyklen verläuft. Deutlich wurden aber auch neue Bedingungen für die Personalarbeit aufgrund der globalen Aktivität in sehr diversen Märkten und die Erfordernisse der Digitalisierung.

Tobias Jaehn stellte die Stationen seiner Karriere vor, die beispielhaft dafür steht, wie sich diverse Rollen in der HR-Arbeit (HR-Leiter, Business Partner, HR-Development, Diagnostik-Experte etc.) auf das Standing, die Motivation und die Karriere-Entwicklung auswirken können. 

Den bewusst diversen und offen Bogen des Workshops spannte dann Philip Lahrmann noch einmal für alle weiter, in dem er aus seiner eher koordinierenden Rolle zwischen Projektleiter und Change-Begleiter die immensen Herausforderungen und Aktivitäten des Erzbistums Paderborn bei der Zusammenlegungen von Kirchengemeinden zu größeren Verwaltungs- und geistlichen Einheiten beschrieb.

Infovortrag und Fragerunde -WiPsy an der RUB aktuell

Die Zeit verging wie im Flug und schon ging es weiter mit dem nächsten Programmpunkt. Arnulf Schüffler, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl und Leiter des Projekts Intentional Forgetting, Routines & Retrieval Cues, stellte in seiner interaktiven Präsentation die letzten Neuigkeiten aus dem Lehrstuhl vor. An dieser Stelle empfehlen wir euch, sich ganzheitlich auf der stets aktuellen Homepage des Lehrstuhls umzusehen. Hier findet ihr die Homepage des WiPsy Lehrstuhls.

Neben den Forschungsschwerpunkten und den neuen Teamzusammenstellungen wurde deutlich, dass die WiPsy der RUB mit der Zeit geht und aktiv auf den Einsatz verschiedener Social Media Kanäle setzt.

Da diese Thematik auch auf das Kongressthema zurückfiel, wurde im Anschluss insbesondere diskutiert, wie sich die Bespielung von Social Media umsetzen lässt und welchen Aufwand sie bedeutet.

Workshop: Zukunft(sfähigkeit) von BOWIP

Im Rahmen eines World Cafés, das Christian Hohlweck anmoderierte, ging es nun daran, interaktiv an uns als BOWIP selbst zu arbeiten. 

Was behalten wir?

Was verändern wir?

Was kommt ganz neu dazu?

waren die Fragen, die die Anwesenden durch den Raum trieben und ihre Gedanken auf Flipcharts dokumentierten. Alles lenkt in die gemeinsame Richtung um den BOWIP auch für die kommende Generation interessant und attraktiv zu gestalten. 

Aus diesem Verständnis heraus kanalisierten sich viele Ideen, die besonders dem neuen Vorstand als Orientierung dienen werden. Auch wurde deutlich, dass viele Mitglieder für die aktive Erhaltung des BOWIP als wertvolles Netzwerk ihren persönlichen Einsatz zeigen wollen. Zum Ende des Kongresses war dies ein Energieschub, der Spannung und Freude auf mehr machte.

Mitgliederversammlung

Einer kurzen Verschnaufpause bei Kaffee und Kuchen schloss sich die Mitgliederversammlung des BOWIPs an, die erfreulicherweise auch von 24 Mitgliedern wahrgenommen wurde. Gina Wolters und Hartwig Fuhrmann führten durch die Versammlung. Die Arbeit des Vorstandes in 2017/18 und die gemeinsam gesetzten Ziele für 2018 wurden vorgestellt.

Der amtierende Vorstand wurde einstimmig von den anwesenden Mitgliedern entlastet. Gaby Elke, Jochen Gurt, Christian Hohlweck und Gina Wolters legten ihre Ämter nieder und wurden mit vielem herzlichen Dank für ihre engagierte Arbeit verabschiedet.

Der neue Vorstand stellt sich zusammen aus

• Arnulf Schüffler, Vorstandsvorsitzender und Kommunikation

• Christine Heinemann, stellvertretende Vorstandsvorsitzende

• Hartwig Fuhrmann, Finanzen

• Petra Wilmering, Schriftführerin

An dieser Stelle möchte sich sowohl der alte als auch der neue Vorstand für die tatkräftige Unterstützung der neuen studentischen Hilfskraft des BOWIP bedanken. Seit dem Frühjahr 2018 unterstützt Carla Ostmann den BOWIP. Neben den organisatorischen Dingen wird sie zukünftig auch im Bereich Social Media für uns aktiv sein.

 

Auf in die nächste Runde BOWIP

Der wieder einmal rundum gelungene Kongress fand sein Ende und lässt dieses Mal Mitglieder zurück, die nicht nur in Erinnerungen schwelgen und sich auf ein baldiges Wiedersehen freuen, sondern nun auch aktiv daran arbeiten wollen, dass BOWIP ein aktives und gewinnbringendes Netzwerk bleibt.

Eindrücke zum Kongress 2018


Alle Bilder, die uns freundlicherweise von Christine Heinemann zur Verfügung gestellt werden, findet ihr in Kürze hier auf der Homepage.