Kongress 2013

Prof. Wottawa erhält den BOWIP Ehrenpreis
Es wird diskutiert
BOWIP entwickelt Ideen
Frau Prof. Elke
Der Beckmannshof ist gut gefüllt
Das Ergebnis der Gruppenarbeiten kann sich sehen lassen
Das studentische Serviceteam

Kongressbericht BOWIP 2013

„Beginn einer neuen Ära? Neue Anforderungen an die klassische Personaldiagnostik…und die Bochumer Wirtschaftspsychologie“

Schon die alten Griechen wussten, dass nichts so konstant ist wie der Wandel – „Alles fließt!“ …wichtig ist dabei nur, dass es nicht den Bach runter geht ;-). Dieses Motto beschreibt sehr treffend das Anliegen und die Botschaften unseres diesjährigen BOWIP-Kongress im Beckmanns Hof in Bochum. Die Wirtschaftspsychologie befindet sich im Wandel – sowohl in ihren verschiedenen Anwendungsfeldern, als auch an der Fakultät für Psychologie.

Der Kongress am Samstag, den 08. Juni 2013, sorgte für Impulse und Initiativen, um die eigenen Einflussmöglichkeiten in diesem Wandel zu identifizieren. Neben den beim BBQ im Sonnenschein aufgefrischten und neuen Kontakten konnten wir Alumni zum Abschluss darüber hinaus auch einige Mysterien rund um die „Prof Wottawa Ära“ lüften…

Das Programm

Am Vormittag standen zunächst die aktuellen Entwicklungen und die Zukunft der Wirtschafts-psychologie an der RUB im Fokus. Die Wirtschaftspsychologie in Bochum: Ein Auslaufmodell? Gemeinsam mit den Studiengangsverantwortlichen Frau Prof. Elke und Herrn Prof. Wottawa diskutierten wir im Mitgliederkreis, welche Perspektive die Wirtschaftspsychologie in Bochum hat und vor allem, welchen Beitrag wir als BOWIP im Ganzen und die Mitglieder im Einzelnen leisten können, um die Ausbildungsqualität zumindest für die aktuellen Kohorten erhalten zu können. Insbesondere der Erhalt des Praxisbezugs des Studiengangs ist uns ein Anliegen.

In Murmelgruppen erarbeiteten wir konkrete Vorschläge, was hierbei unser Beitrag als BOWIP sein könnte. Besonders erfreulich: Viele Mitglieder haben sich bereits am Kongresstag bereiterklärt, als Ansprechpartner für die jeweiligen Maßnahmenvorschläge zu fungieren.

Zwei Vorschläge befinden sich schon in der konkreten Planung: Ein Patenmodell des BOWIP im Rahmen der Einführungsveranstaltung WIPSY und eine Zusammenarbeit des BOWIP mit der studentischen Unternehmensberatung campus for company.

Nach einer ausgedehnten Mittagspause richteten wir dann unseren Blick weg von der RUB hin zu aktuellen Veränderungen im Bereich der Personalrekrutierung und Personaldiagnostik vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen wie wirtschaftlichen Entwicklungen.

Zunächst durften wir den Worten unseres ersten und längsten Ehrenmitglieds Prof. em. Sarges lauschen. Mit seinem spannenden und durch zahlreiche Anekdoten angereicherten Vortrag zum Thema „Defizitäre Felder der Management-Diagnostik: Kandidatengruppen, Datenquellen, Diagnostiker-Kompetenzen“ kündigte Prof. Sarges einen Paradigmenwechsel der Eignungsdiagnostik an.

Mit „missionarischem Eifer für die Anwendungsorientierung der Psychologie“ erörterte er, weshalb sich die moderne Personaldiagnostik mehr und mehr auf Potenziale, besonders implizite Motive, konzentrieren muss, wie diese erfasst oder „vorgeglüht“ werden können und welche Kompetenzen der Diagnostiker von Morgen benötigt, um das Potenzial (weniger die Kompetenz) eines Kandidaten zu messen.

Wir wurden Zeuge des „Helicopter Views“, erfuhren etwas über den Fehler 3. Art und dass Frauen eigentlich besser für Managementpositionen geeignet sind, es jedoch häufig am „Wollen“ scheitert.

Daran anknüpfend zeigte Prof. Wottawa in seinem Vortrag „Bewerbermangel – Nehmen was kommt?“ übergreifende Problembereiche der aktuellen Personaldiagnostik auf und erklärte in seiner allseits beliebten pointierten Art, weshalb manche nicht mehr nur nach „Overachievern“ suchen sollten, sondern den Fokus der Eignungsdiagnostik auf „das Mittelmaß“ richten sollten.

Der Wettbewerbsvorteil der psychologischen Eignungsdiagnostik läge künftig weniger in der Suche nach „den Besten“ und der Diagnose von Kompetenzen, als vielmehr in der Auswahl „der Passenden“ und in der Diagnose von Potenzialen, Lernbereitschaft und affektiven Zielen des „ganz normalen Menschen“.

Er plädierte dabei für evidenzbasierte explizite Regeln der Diagnostik und die stärkere Nutzung des Internets als Recruiting-Tool. Nach diesen beiden Vorträgen wussten wir: Es gibt für uns noch viel zu tun!

Den emotionalen Höhepunkt des Kongresses bildete ein Diagnose-Verfahren der ganz besonderen Art: Anlässlich des sich nähernden Endes Der „Ära Wottawa“ ließ sich der Vorstand die Gelegenheit nicht nehmen, den „Kandidaten“ auf den Prüfstand zu stellen und seine Eignung für den Ruhestand zu testen.

Unter dem Titel „Ruhestandsdiagnostik“ hatte der Vorstand basierend auf Anekdoten und Erlebnissen der Mitglieder mit Prof. Wottawa 12 Fragen zusammengestellt, die viele von uns ihn schon immer mal fragen wollten. So erfuhren wir u.a. wie er es schaffte,, eine Aura der Macht um sich zu verbreiten“ oder warum er mit geradezu mit „wottiwidischem“ Eifer Studentinnen auf mancherlei speziell-feminine Wirkung aufmerksam machte. Beeindruckt hat uns Prof. Wottawa u.a. mit seinem spontanen 5-Satz und überrascht mit seiner unerwarteten Bereitschaft zu verblüffend offenen und persönlichen Auskünften, z.B. über seine persönliche Motivstruktur und sein Selbstverständnis als Hochschullehrer.

Den passenden Abschluss bildete daher die Verleihung des BOWIP Ehrenpreises an Prof. Wottawa, die in „standing ovations“ der Mitglieder mündete.

Im Namen aller BOWIP-Mitglieder und Studenten bedanken wir uns bei Prof. Wottawa für sein über all die Jahre unermüdliches Engagement für die persönliche wie berufliche Entwicklung der Bochumer Studierenden der Wirtschaftspsychologie.

Wie eine spontane Erhebung unter den Anwesenden ergab, hat er auf seine unvergleichliche „wottiwidische“ Art nachweislich zahlreiche Lebensläufe entscheidend geprägt und Studenten zu berufsfähigen Akademikern entwickelt, die sich heute zu Recht und mit Stolz „Bochumer Wirtschaftspsychologe“ nennen dürfen.

Impressionen

Folienvorträge

Prof. Dr. Wottawa
Bewerbermangel - nehmen was kommt?
Diskussion zum Workshop

Prof. Dr. Sarges
Defizitäre Felder der Management-Diagnostik

Videos

Prof. Dr. Wottawa:
Bewerbermangel - nehmen was kommt

Prof. Dr. Sarges:
Defizitäre Felder der Management-Diagnostik

Verabschiedung von Prof. Dr. Wottawa