Kongress 2009

Kongress der Bochumer Wirtschaftspsychologen am Samstag, den 16. Mai 2009

Wer braucht bei Work-Life-Balance und Wellness mit bionischen Duschen noch den Glauben an Gott? Ersetzen Drogen wie Anti-Demenz-Pillen, Leistung steigerndes Ritalin und andere Kräuter das „Opium des Volkes“? Glauben, etwas für Schwache?

Die Starken rennen nach der Marktwirtschaft und trotzen der Krise – Dalai Lama und Dawkins ist die Abendlektüre, Herr Ratzinger der Aufreger der Christen mit deutschem Lokalkolorit und letztlich Ackermann der Satan und Erlöser in Position – Hauptsache, die eigenen Schäfchen sind im Trockenen. „Wasch mich, aber mach mich nicht nass“ gilt in Zeiten des Change Managements und des Aufkeimens der Krise als Chance.

Gerade in Zeiten der wirtschaftlichen, finanziellen und ökonomischen Krisen besinnen sich Menschen vermehrt auf Fragen nach Sinn und Sicherheit; wenn Glauben per Definition Vertrauen heißt: an wen oder was kann oder soll man denn noch glauben?


Nachdem wir uns in den letzten Jahren mit Themen wie „Psychologen auf internationalem Parkett“ und „Demografischer Wandel“ beschäftigt haben, wollten wir 2009 auf einem neuen „Parkett wandeln“: Wir erhielten mehrfach Anfragen zu wertebezogenen Themen. Aus diesen Gründen war das  Thema unseres diesjährigen Kongresses:

„Psychologie zwischen Glaube und Wissen(schaft)“.

Stellt der Anspruch an wissenschaftliche Fundierung – der ja auch zu den BOWIP-Statuten gehört – einen Widerspruch zu aktuellen Glaubensfragen dar?  Bedeuten Erkenntnisse der Neurowissenschaft, der Biopsychologie das Aus für die Theologie?

Die Psychologie als sowohl Geistes- wie Naturwissenschaft ist wie kein anderer Fachbereich aufgestellt zwischen harten und weichen Faktoren, da sind wir alle mehr oder weniger ambiguitätstolerant. In der wirtschaftspsychologischen Praxis als Personaler, Coach oder Trainer ist es daher eine besondere Herausforderung, wissenschaftliche Erkenntnisse anzuwenden und gleichzeitig des Menschen Bedürfnis nach Sinn gerecht zu werden.

Wie stellen sich Wirtschaftspsychologen da auf, welche Herausforderungen entstehen dadurch? Wie gehen wir in unserem christlich geprägten Abendland mit unserem geistlichen Erbe um? Wie navigieren wir auf dem bunten Parkett von Atheismus, Multikulti, Islamismus, Evolutionismus und Kreationismus?

Wir wollten uns auf dem Kongress 2009 mit diesen und anderen Fragen auseinandersetzen, wollten prüfen und diskutieren, welche praktischen und wissenschaftlichen Ansätze es gibt.

Veranstaltungsort war das Zisterzienserkloster in Bochum Stiepel (http://kloster-stiepel.org/).