Get Together 14.10.2011

Frau Pingel
Boden unter Bielefeld
Reise auf dem Zeitstrahl
Rekonstruktion eines Gesichtes
Vergleichsfund: Handy

Get Together am 14.10.2011 in Herne

Die Teilnehmer des diesjährigen Get-Together des BOWIPs machten gemeinsam eine Reise in die Vergangenheit.
Angeführt wurden sie durch Frau Pingel, die als ausgewiesene Expertin einen lebhaften Eindruck des Lebens, Alterns und Sterbens vor 250.000 Jahren vermittelte.

Was unterscheidet Archäologie von der Geologie? Diese Frage galt es zu Beginn zu lösen. Es zeigte sich eine Verbindung zur Psychologie – denn auch die Archäologie beschäftigt sich mit dem Menschen. Alles, was nur durch natürliche Einwirkungen geschieht, wird der Geologie zugeordnet. Mit diesem Hinweis startete die Führung durch die unterirdisch gelegene Grabungslandschaft. 
Ein Zeitstrahl führte aus der letzten Eiszeit bis ins Heute. Vorbei an Faustkeilen aus Stein und Knochen, Einzelgräbern und ganzen Grabhügeln mit sogenannten „Seelenlöchern“ als Einstieg, wurde die allgemeine Aufmerksamkeit auf einen einfachen Gegenstand gelenkt. Eine Axt aus Stein – mit einer Besonderheit – einer Kante! Hier hat der damalige Besitzer eine gegossene Kupferaxt nachgeamt! Kommentar eines BOWIP Mitgliedes: „Gewisse Motivstrukturen gab es wohl schon immer.“

Einen Einblick in die Methoden der Archäologie gewährte das Forscherlabor. Hier wurden unterschiedlichste Techniken, von der Rekonstruktion eines Schädels bis zur Altersbestimmung von Funden durch Vergleichsfunde bildlich dargestellt. Bei dieser letzten Methode haben Skarabäen aus Ägypten einen Hinweis auf den Ursprung des Fundes gegeben – heute könnte dies durch ein Handy geschehen. Um nachfolgenden Generationen mit neuen Technologien die Möglichkeit zu geben, neue Erkenntnisse aus längst Verschüttetem zu gewinnen, haben die Archäologen ihren Berufsethos: Man gräbt nie alles aus!

Ein letzter Blick auf die unterschiedlichen Schichten des Erdreichs unter Bielefeld – längst verschüttete Fußspuren von Menschen und Tieren – begraben unter dem Beton eines Parkplatzes. Und schon war diese beeindruckende Führung vorbei. Bei dem sich anschließenden Besuch der nahegelegenen Elsässer Stube waren sich alle einig: Es gibt noch vieles zu entdecken!

Blick voraus


Das nächste Get Together ist bereits in Planung.